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Innsbruck  

Reportage

Innsbruck und seine bezaubernden Dörfer

A - Innsbruck
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Éric Boucher - 19-11-2009

Innsbruck, das tönt wie ein Versprechen nach Pulverschnee und Olympischen Rekorden, nach elegantem Urlaub und traditioneller Lebenskunst. Für alle, die sich keine Wintersportfreuden ohne Museumsbesuche, gute Restaurants und ein bisschen Shopping vorstellen können, ist die Stadt natürlich der richtige Aufenthaltsort. Wer entspannte Ferien in Familie in einem typischen Rahmen vorzieht, der findet rund um Innsbruck ruhige, malerische Dörfer wie Igls, Lans, Sistrans, Rinn ...

 
Die Hauptstadt Tirols strotzt geradezu vor Gesundheit und Lebensfreude. Überall wird man mit einem freundlichen Grüß Gott empfangen und Lächeln scheint allseits an der Tagesordnung zu sein.
Die Architektur der Stadt strahlt die gleiche gute Laune aus. Pastellfarbene Fassaden geben den Ton an, in Rosa, Pistazie, Gelb und Malve ... Allgegenwärtig ist natürlich auch der Barock, mit Zwiebeltürmen vor einem glitzernden Alpenpanorama.

Wenn man Innsbruck mit einer Stadt vergleichen kann, dann mit Grenoble, übrigens Partnerstadt von Innsbruck. Mit Bolzano zählen sie zu den größten Städten in den Alpen. Wie Grenoble war auch Innsbruck Olympiastadt, und zwar gleich zweimal, 1964 und 1976, was eher ungewöhnlich ist. Und wie Grenoble ist Innsbruck bekannt für seine Lebensqualität und besitzt ein Skigebiet, die Seegrube, das in 30 min erreichbar ist.
 
Kaiserliches Innsbruck
 
Hier wollen wir Ihnen nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorstellen, die sich hauptsächlich entlang folgender Straßen befinden: Herzog-Friedrich Straße, Maria-Theresien Straße, Kiebachgasse, Hofgasse, Pfarrgasse...
 
So provinziell der Charme dieser Stadt auch anmuten mag, die Architektur erinnert den Besucher quasi an jeder Straßenecke daran, dass Innsbruck einst eine kaiserliche Hauptstadt war, ein Status, den die Stadt vor allem Maximilian I. von Habsburg verlangt, der 1493 die Nachfolge seines Vaters antrat.
 
Der leidenschaftliche Jäger und Bergsteiger Maximilian, der Tirol über alles liebte, machte Innsbruck zu seiner Hauptstadt. Daher sollte der Rundgang durch die Stadt auch beim Wahrzeichen Innsbrucks und emblematischem Bauwerk der Regentschaft Maximilians beginnen: dem Goldenen Dachl, einer Ehrenloggia, die der Kaiser 1494 anlässlich seiner zweiten Hochzeit mit Bianca Maria Sforza errichten ließ.
 
Neben Wappen und unzähligen ein- und zweiköpfigen Adlern zieren daher auch die Porträts von Maximilian und seiner Braut die prachtvolle Loggia. Erstaunlicher ist, dass man auch das Bildnis seiner ersten Frau erkennt, Maria von Burgund, die Tochter des Herzogs Karl der Kühne, die seine einzige große Liebe war. Das Dach besteht aus 2 557 vergoldeten Kupferschindeln.
 
Fast direkt gegenüber des Goldenen Dachls kann man die schönste Barockfassade von Innsbruck bewundern, das Helbinghaus. Ursprünglich stammt dieses Haus bereits aus dem 15. Jh., aber im 18. Jh. wurde es mit einer prachtvollen Rokokofassade versehen. Unser Rundgang hat zwar gerade erst begonnen, aber wer schon jetzt Hunger verspürt, erreicht in ein paar Schritten das älteste Wirtshaus der Stadt, den Goldenen Adler, bei dem einst so illustre Gäste wie Mozart, Wagner und Albert Camus einkehrten. Außerdem laden natürlich auch die umliegenden kleinen Straßen dieses Viertels, in dem sich das Gros der interessantesten Geschäfte der Stadt befindet, zu Gourmet- und Shoppingpausen ein.
 
Eine weitere große Persönlichkeit, die der Stadt ihren Stempel aufgedrückt hat, war Kaiserin Maria-Theresia. Obwohl Innsbruck zur Zeit ihrer Regentschaft schon nicht mehr die kaiserliche Hauptstadt war, zeigte sich die Kaiserin fest entschlossen, der Macht der Habsburger in Tirol durch ein Bauwerk Ausdruck zu verliehen, dass dem Glanz der Dynastie würdig ist. So entstand die Hofburg.
 
Der alte Palast von Kaiser Maximilian wurde komplett neu gestaltet. Seit 1766 erstreckt sich so eine lange, hellgelbe Barockfassade im Herzen der Altstadt. Sehenswert sind insbesondere die prunkvollen Fest- und Zeremoniensäle, deren Dekor die Größe Tirols und die Macht der Habsburger preisen soll. Der eindrucksvollste dieser Säle ist sicher der Riesensaal, mit einer Länge von 31,50 m, einem herrlichen Deckenfresko und den Bildnissen der Mitglieder der kaiserlichen Familie, darunter auch ein schmuckes Pärchen, gekleidet in der Mode des 18. Jh.: Marie-Antoinette, noch jung und fesch, und Louis XVI., ein paar Kilo schlanker.

Bevor es mit der Besichtigung weiter geht, sollten Sie sich ein Pause im berühmten Café Sacher gönnen, das sich direkt in der Hofburg befindet.
 
Das Bauwerk, das man bei einem Besuch in Innsbruck auf jeden Fall gesehen haben muss, ist jedoch die an die Hofburg angrenzende Hofkirche (1564). Die herrliche Kirche mit ihrer bemerkenswerten Renaissance- und Barockdekoration beherbergt ein absolut erstaunliches Grabmal: das Mausoleum des Kaisers Maximilian I. 28 überlebensgroße Bronzestatuen bilden eine eindrucksvolle Eskorte und sollen das Heilige Römische Reich Deutscher Nation durch eine extravagante Abstammung legitimieren, in der man, bunt durcheinander gemischt, die Figuren von König Artus, Chlodwig, Karl dem Großen, Theoderich (König der Ostgothen), Maria von Burgund, Karl dem Kühnen, Ferdinand von Spanien und diversen Habsburgern erkennt. Die Schwarzen Männer, wie die Tiroler sie nennen, dienen bei Bestattungszeremonien als Fackelträger. Maximilian kam jedoch, auch posthum, nicht in diesen Genuss: Sein Grab blieb leer und die Arbeiten am Grabmal zogen sich über fast 80 Jahre hin.
 
Wer sich für Tiroler Brauchtum und Traditionen interessiert, sollte einen Besuch im Tiroler Volkskunstmuseum einplanen, das in dem alten Kloster neben der Hofburg untergebracht ist. Es ist sicher eines der schönsten Volkskunstmuseen Europas, nicht nur in der Weihnachtszeit, wenn wertvolle alte und neue Weihnachtskrippen gezeigt werden. Neben Trachten, Werkzeugen, Schlitten, Möbeln und Kachelöfen sind hier auch komplette, originalgetreue, ganz mit Holz vertäfelte Tiroler Bauernstuben ausgestellt, die zum Großteil aus alten Bauernhöfen Südtirols stammen.
 
Um einen Eindruck vom geschäftigen, modernen Innsbruck zu bekommen, empfiehlt sich zum Abschluss ein Gang über die Hauptstraße der Stadt, die Maria-Theresien Straße, bis zur Triumphpforte, einem Triumphbogen, der 1765 anlässlich der Hochzeit des zukünftigen Kaisers Leopold II. mit Maria Ludovica von Spanien errichtet wurde. Ein idealer Ort für ein letztes Foto von der Stadt und den dahinter liegenden Bergen.
Olympisches Innsbruck
 
In vielen Städten, die das Privileg hatten, die Olympischen Spiele auszurichten, sind die Infrastrukturen eher schlecht gealtert. Das trifft auch für Innsbruck zu, wenn man nur das olympische Dorf betrachtet. Es gibt jedoch glücklicherweise auch Ausnahmen.
 
Eine davon ist die Bergiselschanze, die 2001 völlig neu gestaltet wurde, nach Plänen der Architektin Zaha Hadid, der man unter anderem das Tomigaya Building in Tokyo und das Reina Sofia Museum in Madrid verdankt. Inzwischen zählt die eindrucksvolle Sprungschanze, wie auch Goldene Dachl, zu den Wahrzeichen der Stadt.
 
Keine Sorge, dies ist keine Aufforderung, den Skisprungrekord von Sven Hannawald zu brechen, der 2002 eine Weite von 134,5 m erreichte. Wir laden Sie lieber zu einem Mittagessen oder auf ein Glas ins Panoramarestaurant Café Im Turm ein, das in einer Höhe von 43 m hoch oben auf der Schanze thront: Die Aussicht ist überwältigend!
 
Zwei weitere olympische Anlagen sind der Öffentlichkeit zugänglich und laden zu außergewöhnlichen sportlichen Erfahrungen ein: Da ist zunächst die Eisbahn (Olympiastadion), die regelmäßig in eine Disko auf Eis verwandelt wird.
 
Die Bobbahn inIgls schließlich bietet dem breiten Publikum die in Europa seltene, wenn nicht einzige Gelegenheit, sich im Bobfahren zu versuchen. Das Erlebnis ist kurz aber seht intensiv - und ausreichend, wie man aus den Gesichtern der Teilnehmer ablesen kann. Überraschend ist, wie einfach das Material ausschaut: Man nimmt Platz in einer Art verbeulten Konservendose in Form einer Rakete, glücklicherweise von einem Profi gesteuert. Dann geht alles sehr schnell. Dabei fühlt man sich, als ob man kopfunter auf Wellblech eine 80 %ige Steigung hinuntersaust - oder so ähnlich ...

Innsbruck im Schuss
 
Innsbruck selbst ist nur 575 m hoch, aber die Stadt liegt praktisch eingezwängt zwischen zwei Bergketten: im Norden die Nordkette (2 334 m) und im Süden der Patscherkofel (2 247 m). Wie wir selbst mit der Uhr in der Hand getestet haben, dauert es vom Stadtzentrum aus nicht mehr als 30 Minuten, bis man mit Skiern an den Füßen oben auf der Piste des am nächsten gelegenen Skigebiets steht, d.h. also der Nordpark-Seegrube in 2 300 m Höhe: 10 min mit der Straßenbahn zum Lift; nicht mehr als 10 min Schlange stehen; und schließlich 10 min auf den Berg fahren. Skier kann man sich vor Ort beim Bergrestaurant Seegrube leihen ... wo man auch eine kleine oder größere Stärkung zu sich nehmen kann. Von der Terrasse hat man einen sehr schönen Blick auf Innsbruck und den Patscherkofel. Für 2 oder 3  € bekommt man eine deftige Suppe, für 6 bis 7  € eine Wurst mit Kohl, begleitet von einem Almdudler (einer traditionellen Kräuterlimonade) oder einem österreichischen Bier, einem Zillertal zum Beispiel. Die Küche ist einfach aber sehr typisch und mit 10  € ist man dabei.
 
Dank der idealen Lage Innsbrucks sind auch eine Reihe weiterer Skigebiete problemlos erreichbar, darunter der bereits erwähnte Patscherkofel, der AxamerLizum, der Glungezer, der Schlink 2000, der Stubaier Gletscher und, etwas weiter entfernt, Kühtai. Der Schnee ist überall hervorragend und von Mitte Dezember bis Mitte April ausreichend vorhanden. Zwei dieser Skigebiete haben ein olympisches Niveau, darunter die berühmte Patscherkofel-Piste, auf der 1976 Franz Klammer den Sieg errungen hat. Insgesamt hatten wir jedoch den Eindruck, dass die Pisten weniger technisch sind als zum Beispiel in Frankreich, und damit ideal, um in Familie skizulaufen.

Österreich hat nicht mehr als acht Millionen Einwohner und die Schulferien sind nicht immer zeitgleich mit denen anderer Länder, so dass die Pisten weniger überfüllt sind, als in den übrigen Alpenregionen und die Wartezeiten am Lift, wenn überhaupt, relativ kurz. Und auch ansonsten geht es auf den Pisten sehr zivilisiert zu: Höflichkeit und Respekt gegenüber anderen Skiläufern sind hier eine Selbstverständlichkeit.
Wenn Sie die Abwechslung lieben und ein wenig Zeit haben, raten wir Ihnen, bis nach Kühtai vorzustoßen, ein Skiort, in den wir uns regelrecht verliebt haben. Kühtai liegt rund 40 km von Innsbruck entfernt und ist das höchste Dorf Österreichs. In einer Höhe von 2 020 m gibt es hier richtig schönen Pulverschnee im Überfluss. Der Ort ist hübsch und ausgesprochen ruhig, bietet jedoch nur wenig Unterkunftsmöglichkeiten, abgesehen von ein paar Chalets und einem herrlichen, 800 Jahre alten Jagdpavillon. Langlauffans finden in dieser Gegend 500 km angelegte Pisten, davon 2 hoch auf den Bergen, in 1 800 und 2 600 m Höhe, mit einer Gesamtlänge von 15 km.
 
Skipässe
 
In der Gegend von Innsbruck werden 2 verschiedene Skipauschalen angeboten: der Innsbruck Gletscher Skipass, mit dem man Zugang zu dem gesamten Skigebiet um Innsbruck hat, insgesamt nicht weniger als 270 Pistenkilometer, die unter dem Namen Olympia SkiWorld zusammengefasst sind. Der Preis liegt bei 160 € für Erwachsene, 128 € für junge Leute und Senioren und 96 € für Kinder. Der InnsbruckSuper Skipass gibt darüber hinaus Zugang zu den Skigebieten Kitzbühel und Arlberg, d.h. insgesamt 700 Pistenkilometer. Ein Pass, der 3 Tage Olympia SkiWorld und einen Tag Kitzbühel oder St-Anton umfasst (einschließlich Busfahrt), kostet beispielsweise 152,50 € für Erwachsene und 101 € für Kinder.
Der Preis für einen 6-tägigen Skikurs beläuft sich auf etwa 122 € für Erwachsene und 115 € für Kinder.
 
Olympisches Innsbruck

In vielen Städten, die das Privileg hatten, die Olympischen Spiele auszurichten, sind die Infrastrukturen eher schlecht gealtert. Das trifft auch für Innsbruck zu, wenn man nur das olympische Dorf betrachtet. Es gibt jedoch glücklicherweise auch Ausnahmen.
 
Eine davon ist die Bergiselschanze, die 2001 völlig neu gestaltet wurde, nach Plänen der Architektin Zaha Hadid, der man unter anderem das Tomigaya Building in Tokyo und das Reina Sofia Museum in Madrid verdankt. Inzwischen zählt die eindrucksvolle Sprungschanze, wie auch Goldene Dachl, zu den Wahrzeichen der Stadt.
 
Keine Sorge, dies ist keine Aufforderung, den Skisprungrekord von Sven Hannawald zu brechen, der 2002 eine Weite von 134,5 m erreichte. Wir laden Sie lieber zu einem Mittagessen oder auf ein Glas ins Panoramarestaurant Café Im Turm ein, das in einer Höhe von 43 m hoch oben auf der Schanze thront: Die Aussicht ist überwältigend!
 
Malerische Dörfer und Bildstöcke
 
Nichts bietet sich mehr an für einen Urlaub mitten in Natur und in einem typischen Tiroler Rahmen, als ein Aufenthalt in einem der vielen schönen Feriendörfer rund um Innsbruck, die Sie zu Fuß auf wunderschönen Wanderwegen besuchen können.
 
Die beiden Dörfer, die Innsbruck am nächsten liegen, auf einer Art Plateau am Fuße des Platscherkofels, sind Igls und Lans. Igls, in 900 m Höhe, ist ein hübsches Dörfchen und hat den Vorteil, direkt an der Seilbahn zu liegen, die auf den Gipfel des Patscherkofel führt. Hier befindet sich die 30 km Wanderwege, insbesondere in Richtung Lans. Lans könnte man als die Quintessenz des typischen Tiroler Dorfs bezeichnen. In dem Ort mit seiner 800-jährigen Geschichte hielt sich auch Georg Trakl (1887 - 1914) auf, einer der berühmtesten österreichischen Dichter.
 
Die Unterkunftsmöglichkeiten sind vielfältig: Stilvolle Hotels - wie das Sporthotel in Igls oder der Isserwirt in Lans -, Ferienwohnungen, Familienpensionen oder sogar Ferien auf dem Bauernhof.
 
Was das leibliche Wohl betrifft, kann man sich beim Wilden Mann in Lans, einem Wirtshaus aus dem 17. Jh., in einer echten Tiroler Stube mit den Spezialitäten des Landes vertraut machen.
 
Anreise

Flugzeug: Die meisten Flüge nach Innsbruck führen über Frankfurt oder Wien, was die Flugzeit oft sehr verlängert. Seit Dezember 2005 bietet die Lowcost-Fluggesellschaft SkyEurope Direktflüge von Paris-Orly, London-Gatwick und Amsterdam an, zu zum Teil sehr interessanten Preisen (25 € ab Paris oder Amsterdam).
 
Kontakt

Tourismusverband Innsbruck
Mehrsprachige und äußert effiziente Mitarbeiter.
Tel.: 00 43 512 59 85 0-123
E-Mail: office@innsbruck.info
Website: www.innsbruck.info
 
 
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