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Begegnung mit Kretas ewiger Schönheit :

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Begegnung mit Kretas ewiger Schönheit

Begegnung mit Kretas ewiger Schönheit

Jean-Louis Gallo - 03-03-2011

Den alten venezianischen Hafen von Haniá (deutsch Chania), der einstigen Hauptstadt Kretas, sollte man am frühen Morgen besuchen, wenn die verlassen daliegenden Kais zum Flanieren einladen. Denn mit dem Einbruch der Nacht überfluten ausgelassene Touristenscharen und Musikanten die jahrtausendealte Stätte, wo die Geschichte so viele blutige Episoden geschrieben hat.

Auf Kreta, wahrer Drehscheibe des Mittelmeerraums, haben die wechselnden Besatzer ihre Spuren hinterlassen, die Republik Venedig genauso wie das osmanische Reich. Die schönsten Beispiele dafür sind die Janitscharen-Moschee (Akti Tombazi), die älteste Moschee Kretas, deren rosa Kuppeln überall vom Hafen aus zu sehen sind, und der hoch aufragende venezianische Leuchtturm. Mit Eleganz entfaltet der venezianische Hafen seine gepflasterten Kais und seine majestätischen Konturen zwischen den Befestigungsanlagen. Vom Koundourioti-Kai aus genießen Sie den schönsten Blick auf die gegenüberliegende prächtige Fassadenfluchten.
 
Bevor wir die ehemalige Kapitale Kretas verlassen, gönnen wir uns ein Bad von Farben und Gerüchen in der Markthalle am Venizelou-Platz. In diesem beeindruckenden Bauwerk im neoklassizistischen Stil verströmen Obst und Gemüse ihre Aromen, während der Besucher sich durch die Auslagen treiben lässt, die Fisch und Muscheln, Fleisch- und Wurstwaren, Käse, Oliven und Öle feilbieten … Das regt den Appetit an, so dass er sich von einer der Buden versuchen lässt, die die Gemüsestände an den engen Gängen säumen und Speisen anbieten.
 
Wenn wir uns dann südwärts in die Sfakiá begeben, ein wildes, noch immer schwer zu erreichendes Gebietet, das von zahlreichen Schluchten durchzogen ist, dringen wir zum Herzen Kretas vor, das beherrscht wird von den Weißen Bergen. Zu den Höhepunkten der Tour gehört die Samariá-Schlucht, die im gleichnamigen Nationalpark gelegen ist und dem Besucher ein unvergessliches Naturschauspiel bieten. Aus Haniá führt der Weg zur Schlucht hinauf zunächst durch bukolische Landschaften, die sich jedoch schnell in raue, schroffe Wildnis verwandeln.
 
In 1 250 m Höhe bietet sich in Xilóskalo ein atemberaubendes Panorama: Die höchsten Gipfel der Weißen Berge zeigen sich, noch spät im Jahr von einem Schneemantel bedeckt, während sich zu ihren Füßen Wogen von Grün ausdehnen. Hier beginnt ein harter Weg, den nur die Kühnsten einschlagen werden – fünf Stunden werden sie wandern müssen, bevor sie Eiserne Pforte entdecken, engster Durchgang und eindrucksvollste Stelle der Samariá, einer der längsten Schluchten Europas. Die ersten Treppen bestehen im Übrigen aus Pinienwurzeln.
 
Mitten in der Schlucht schmiegt sich das alte Dorf Samariá in den linken Hang des Flüsschens an ihrem Grund und ist mit dem Wanderpfad durch eine eiserne Brücke verbunden. Nach der Schaffung des Nationalparks wurde es verlassen und ist inzwischen nur mehr von wilden Ziegen bevölkert.
 
Nach einem langen Weg erwartet das Libysche Meer mit seinem klaren Wasser die Wanderer, die in Agía Rouméli ein erfrischendes Bad nehmen werden.
 
Dieser Teil Kretas hat unbestritten seinen ganz eigenen Charme, mit dem Landstrich Kántanos und seinen Dutzenden von byzantinischen Kirchen, dem Tal von Azogires, in dem jahrhundertealte Olivenbäume stehen und Paleóchora, das man mit dem Schiff erreicht.
 
Dieser kleine Hafen auf einer Halbinsel im Libyschen Meer ist ein Hort des Friedens und ein ideales Ziel für jeden, der dem Massentourismus entkommen will. Seinerzeit stand übrigens bei den Hippies hoch im Kurs.
 
Und er ist einer der seltenen Badeorte der Insel, der das ganze Jahr hindurch Gäste empfängt, was ihn für Reisende, die Kreta außerhalb der Hochsaison schätzen, attraktiv macht.
 
An schattigen kleinen Plätzen leuchten die Kafeneia in den traditionellen Farben blau und weiß, und die würdigen Kaffeehausbesucher spielen dort mit ihren Kombológia, während sie gemächlich ihren Ouzo genießen.
 
Paleóchora, auch Pelekanos – „Stadt der Pelikane“genannt, weil sich die Ruderfüßer gern in Altstadtnähe aufhalten, wird Sie mit Sicherheit so für sich einnehmen, dass Sie ihren Aufenthalt ein bisschen verlängern!
 

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