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Chamonix-Mont-Blanc  

Reportage

Chamonix ... for ever!

F - Chamonix
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Emmanuel Tresmontant - 22-10-2008

Die Umgebung der Stadt Chamonix, seit 1821 die Bergsteigerhauptstadt Europas, zählt zu den drei meistbesuchten Naturlandschaften der Welt. Während Naturfreunde und Genießer nach Chamonix kommen, um das Eismeer, die Seilbahn der Aiguille du Midi und die Belle-Époque-Architektur dieses historischen Wintersportorts zu bewundern, finden Fans von Skilauf, Freeride, Snowboard und Skating im Massiv des Mont-Blanc schier unerschöpfliche Möglichkeiten vor, sowie ein paar der interessantesten und längsten Pisten der Alpen.

 
Ein Alpenort mit langer Geschichte
Chamonix ist mehr als nur ein gewöhnlicher Wintersportort: eine Legende inmitten schneebedeckter Gipfel und Gletscherlandschaften. Zwischen der Erstbesteigung des Mont-Blanc im Jahr 1786 und den ersten Olympischen Winterspielen 1924 hat sich dieser Ort vom kleinen Savoyen-Dorf "Chamouni" zu einer kosmopolitischen Stadt gemausert, in der nicht weniger als 40 Nationalitäten verkehrten.
 
Bis zum Zweiten Weltkrieg war Chamonix als Hochburg der mondänen Gesellschaft fast ebenso gut besucht wie Nizza und Monte-Carlo. Ein Zeuge aus jener Zeit ist das Majestic, damals eines der größten Palasthotels der Welt, das heute das Alpenmuseum beherbergt. Doch was wäre Chamonix ohne die Engländer!
 
Ganz gleich ob als passionierte Bergsteiger, Maler oder Dichter, die Kinder der Londoner Großbourgeoisie fanden sich zu Scharen hier ein und ließen 1857 in Chamonix sogar eine anglikanische Kapelle errichten. Der berühmteste dieser Engländer ist zweifellos der Bergsteiger Edward Whymper (1840-1911), Bezwinger des Matterhorns, der Grandes Jorasses und der Aiguille Verte.
 
Die schönste Straße der Stadt trägt heute seinen Namen. Unweit davon erinnert ein weiterer Straßenname an seinen Gefährten Michel Croz, jenen berühmten Bergführer aus Chamonix, der beim Abstieg vom Matterhorn tragisch ums Leben.
 
 
Ein Meer aus Eis
Gleich nach der Ankunft in Chamonix hat man nur einen Wunsch: Hinauf auf die Berge, die dieses schöne Tal umgeben! Zur "Akklimatisierung" empfiehlt sich zunächst ein Ausflug ins "Meer de Glace" oder Eismeer, das schon das Ziel der ersten bergbegeisterten Abenteurer des 18. Jh war.
 
Damals flößten die unerreichbaren Gipfel noch größten Respekt ein und der der Mont-Blanc galt als unbezwingbar.
 
Der "Glacier des Bois" (Waldgletscher, so der ursprüngliche Name des Eismeers) hingegen zog zahlreiche Reisende an und inspirierte die großen Romantiker, allen voran Goethe, Byron, Dumas, Mary Shelley und Wagner.
 
Der nur 3 km von Chamonix entfernte, 1700 m hohe Gletscher erstreckt sich über 12 km und scheint das Tal - übrigens das größte der französischen Alpen -, verschlingen zu wollen.
 
Der erste, der ihn erforschte und ihm seinen heutigen Namen gab war der Engländer William Windham, im Jahr 1741: "Es scheint, als sei hier ein vom Wind gepeitschtes Meer plötzlich eingefroren."
 
 
Vor Ort eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die Bergmassive Obélisques du Dru und Grandes Jorasses. Außerdem kann man in eine künstliche Eishöhle hinabsteigen, die jedes Jahr neu ausgeschlagen wird.
 
Das historische Hôtel du Montenvers, erbaut 1880, überragt den Gletscher und ist heute gleichzeitig Museum und Herberge.
 
Man erreicht es mit einer der letzten Zahnradbahnen Frankreichs, die langsam und stetig von Chamonix aus den Gletscher erklimmt, vorbei an Wäldern und Gletscherspalten.
 
Die zwischen 1893 und 1910 angelegte 5 km lange Bahnlinie ist ein technisches Meisterwerk, mit mehreren eindrucksvollen Kunstbauten, die sich perfekt in die Landschaft integrieren.
 
Für Hin- und Rückfahrt inklusive Gletscherbetrachtung sollte man 2 Stunden einplanen.
 
 
Das seit über 100 Jahren ständig vermessene und beobachtete Mer de Glace ist der besterforschte Gletscher der Welt! Insbesondere sein Schmelzen wird genau mitverfolgt: So zog sich der Gletscher zwischen 1925 und 1960 um 614 m zurück. Trotz aller Überwachung bleibt dieser Gletscher dennoch unvorhersehbar: Mal zieht er sich zurück, mal dehnt er sich aus. Momentan gewinnt er wieder jährlich 100 m dazu, d.h. 1 cm pro Stunde!
 
 
Die Seilbahn zur Aiguille du Midi
Die Aiguille du Midi ist für Chamonix, was das Matterhorn für Zermatt ist: eine Präsenz, die immer wieder und zu jeder Tageszeit die Blicke auf sich zieht, wobei ihr Aussehen je nach Wetterlage den geschulten Betrachter dazu ermutigt oder davon abbringt, sich in die Bergwelt vorzuwagen. Bergsteiger, Extremskiläufer und Gleitschirmflieger geben sich hier ihr Stelldichein.
 
Wer nicht ganz schwindelfrei ist, sollte allerdings auf einen Seilbahn-Ausflug zur Aiguille du Midi verzichten. In weniger als 20 Minuten überwindet die Seilbahn einen Höhenunterschied von 2800 m (von 1000 m auf über 3800 m).
 
Die Strecke von der Mittelstation zur Bergstation nimmt die Gondel ohne Stützen in einem Zug. Sie geht zunächst über die Gletscherspalten des Glacier des Pèlerins und führt dann dicht an der eindrucksvollen Nordwand, in deren Schneekorridoren man immer wieder Seilschaften und mutige Tiefschneefahrern sieht, steil nach oben.
 
Der Ausblick von der Terrasse der Bergstation ist atemberaubend und bietet ein einzigartiges Panorama auf den Mont-Blanc und seiner Gefolgschaft aus mächtigen 4000er-Gipfeln.
 
 
Eine technische Herausforderung
Der Bau der Seilbahn durch den Turiner Ingenieur Dino Loratino war Kraftakt und Abenteuer zugleich. Ziel war es, den Gipfel der Aiguille du Midi (3 842 m) von Chamonix aus in nur zwei Sektionen zu erreichen. Ab 1951 wurden 11 km Kabel durch Menschenkraft nach oben getragen und dann abgeseilt. Hundert Männer arbeiteten unter extremen Bedingungen bis 1955 (minus 40°C, Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 km/h). 1991 wurde die Seilbahn komplett überholt und renoviert. Die Gondeln fassen heute 70 Personen und fahren mit einer Geschwindigkeit von 12,50 m/Sekunde. Planen Sie mindestens 2 Stunden für die Hin- und Rückfahrt ein. 
 
 
Vallée Blanche: eine legendäre Abfahrt
Das von der Bergstation der Seilbahn aus erreichbare Tal Vallée Blanche (Weißes Tal) bietet eine 20  km lange spektakuläre Abfahrt bis zum Glacier du Géant (Rückkehr nach Chamonix mit der Montenvers-Zahnradbahn). Hier ist man nun so richtig im Hochgebirge. Die international bekannte Abfahrtsstrecke erfordert kein spezifisches technisches Können. Sie ist jedoch weder ausgeschildert, noch präpariert oder gesichert. Die Begleitung eines erfahrenen Skiführers ist also unbedingt ratsam, noch dazu, wo ein Führer am besten beurteilen kann, wann die Wetterbedingungen günstig sind und weiß, wie man die klassischen Gefahren des Tiefschneefahrens wie Gletscherspalten, Eispfeiler und Lawinen zu vermeiden kann.
 
 
Ein Skigebiet für die ganze Familie
Mit vielen langen Abfahrten, die sich durch eine majestätische Hochgebirgslandschaft schlängeln, besitzt Chamonix das schönste Skigebiet in der Haute-Savoie.
 
Anfänger können ihre Technik auf den flachen und bis Mai schneesichern Pisten des Domaine de la Balme (2 270 m) vervollkommnen oder auf den einfacheren Pisten der La Flégère (1 894 m) üben, ein Skigebiet, das besonders für seine Aussicht über das Mer de Glace berühmt ist.
 
Erfahrenen Skiläufern sei der Brévent (2 525 m) empfohlen, den man mit der Seilbahn erreicht und der eine herrliche Aussicht auf das Massiv des Mont-Blanc und die Aiguilles-Rouges bietet (bei klarer Sicht erkennt man in der Ferne sogar das Jura). In diesem Skigebiet befinden sich eine Reihe berühmter Pisten, darunter die schwarze Piste Charles Bozon und die roten Pisten von la Combe, la Charlanon und Col Cornu. Außerdem kann man sich hier mittags bei La Bergerie in der Nähe der Seilbahnstation auf einer schönen Terrasse stärken und den Blick über das Tal von Chamonix gleiten lassen.
 
Gute Läufer finden darüber hinaus im Skigebiet Domaine des Grands Montets (3 275 m), das sich über drei Berghänge erstreckt, viele abwechslungsreiche Abfahrten, Pisten mit großem Höhenunterschied und hervorragende Schneebedingungen. Hier kann man u.a. direkt am Fuß der Aiguille Verte laufen, in 3 300 m Höhe.
 
In jedem Fall raten wir Ihnen, Ihren Skipass online zu reservieren (6 Tage kosten rund 186 € für Erwachsene und 130 € für Kinder), um sich das Schlangestehen an der Kasse vor Ort zu ersparen. Ihr Skipass wird Ihnen dann per Post zugeschickt und sie brauchen ihn nur noch an der ersten Zugangsschranke zu den Liften vorzuzeigen.
 
 
Mehr zum Thema
Fremdenverkehrsamt Chamonix Mont-Blanc
85, place du Triangle de l'Amitié
Tel.: +33 (0)4 50 53 00 24
 
Montenvers-Zahnradbahn durch das Mer de Glace (Eismeer)
Fahrtdauer: 20 Minuten. Die Bahn fährt täglich, die Abfahrtszeiten sind jedoch wetterabhängig.
Informationen unter +33 (0)4 50 53 12 54
 
Informationen über das Vallée Blanche und Online-Reservierung von Skipässen:
 
Wie gelangt man nach Chamonix?
 
Straße
Direkte Zufahrt über die Weiße Autobahn (Autoroute Blanche), verbunden mit dem europäischen Autobahnnetz. 16 km von der Schweiz über den Montets Pass, 15 km von Italien über den Mont-Blanc-Tunnel.
Berechnen Sie Ihre Route auf ViaMichelin, mit aktuellen Informationen über geschlossene Bergpässe und die wichtigsten Baustellen. Straßenzustand: +33 (0)4 50 53 05 51
 
Bahn
Mit dem TGV nach Annecy, Saint-Gervais oder Genf. Dann Anschluss bis zum Bahnhof Chamonix.
 
Flugzeug
Flughafen Genf-Cointrin (88 km von Chamonix entfernt).
Tägliche Busverbindungen zwischen Genf-Cointrin und Chamonix.
 
 
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