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Musik

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Die leichten Weisen der Tudorzeit (Greensleeves wird Heinrich VIII. zugeschrieben) wurden von Reigen, Kanons und im Goldenen Zeitalter (1588-1630) schließlich von Madrigalen von Thomas Morley abgelöst. Morley veröffentlichte die ersten Sammlungen dieser von John Wilbye, Thomas Weelkes, Orlando Gibbons oder Thomas Tompkins stammenden Stücke. Es handelte sich meist um Tanzmusik, die gleichzeitig die Virtuosität des Musikers auf die Probe stellen sollte. John Dowland war ein glänzender Solosänger, der sich von Laute und Viola begleiten ließ. Thomas Tallis und William Byrd widmeten sich der geistlichen Musik und komponierten Messen und Lobgesänge, die entweder in lateinischer Sprache verfaßt oder ins Englische übertragen wurden. Ein eigener anglikanischer Stil entwickelte sich erst unter Königin Elisabeth.

In der zweiten Hälfte des 17. Jh.s wandten sich die Komponisten auch dem Te Deum sowie bestimmten Liedern und Musikstücken für das Theater zu. Henry Purcell (1659-1696) komponierte 1689 seine erste Oper, Dido and Aeneas und prägte somit nicht nur seine Zeit, sondern beeinflußte auch zukünftige Musikergenerationen. Es folgte die italienische Oper, der Georg Friedrich Händel (1685-1759) mit seinem Werk Rinaldo (1711) in England zu Ruhm verhalf. Händel war 1710, im Gefolge des späteren Königs Georg I., dem er bereits in Hannover als kurfürstlicher Kapellmeister gedient hatte, nach London gekommen.

Händel ließ sich in Mayfair nieder und wohnte bis zu seinem Tode im Jahre 1759 im Haus Nr. 25 Brooke Street. In dieser fruchtbaren Schaffensperiode schrieb er Opern, in denen er Themen aus der Mythologie behandelte, komponierte Werke für besondere Anlässe, wie die Feuerwerksmusik und die Wassermusik (für Feste an der Themse), und zahlreiche Oratorien über biblische Gestalten: Esther, Israel in Ägypten, Messias und Judas Makkabäus.

Wolfgang Amadeus Mozart (1736-1791) war 8 Jahre alt, als er seine erste Reise nach England antrat. Seine erste Symphonie komponierte er 1764 in der Ebury Street 180. Nach ihm wurde die Mozart Terrace in Pimlico benannt. Joseph Haydn (1732-1809) hielt sich um 1790 – auf dem Höhepunkt seiner Karriere – in der britischen Hauptstadt auf. Felix Mendelssohn-Bartholdy begann in London seine Schottische Symphonie und die Ouvertüre des Sommernachtstraums. Diese Werke vollendete er jedoch erst 20 Jahre später.

Ende des 19. Jh.s schlug die englische Musik einen völlig neuen Weg ein, indem sie sich einem breiteren Publikum öffnete. Die von Arthur Sullivan (1875-1899) nach einem Libretto von William Gilbert (1836-1911) komponierten Opern erfreuten sich großer Beliebtheit. Mit der Verbreitung des Radios in den 30er Jahren des 20. Jh.s startete die BBC die Übertragung der Promenade Concerts, kurz „Proms“ genannt, die 1895 von dem Dirigenten Henry Wood in Queen‘s Hall eingeführt worden waren. Das Programm wird von der BBC zusammengestellt und enthält Orchestermusik und Opern klassischer sowie moderner Komponisten. Die Werke werden von in- und ausländischen Dirigenten und Orchestern dargeboten. Seit 1941 finden die Aufführungen in der Royal Albert Hall statt. Die Proms ziehen auch heute noch ein junges Publikum an, das seine Musikbegeisterung gern anläßlich des Abschlußkonzerts der Saison (The Last Night) bei den traditionellen Stücken mit Humor und aus voller Kehle kundtut.

In der ersten Hälfte des 20. Jh.s entwickelte sich eine neue Generation britischer Komponisten: Edward Elgar (1857-1934) (Enigma Variations, 1899; Dream of Gerontius, 1900), Ralph Vaughan Williams (1872-1958) (neun Symphonien und das Ballet Job) und Gustav Holst (1874-1934) (Die Planeten, 1914-1916). Ihnen folgten Bantock, Bax, Bliss (Schachmatt, 1937) und William Walton (Belshazzar‘s Feast, 1931).

Die Nachkriegszeit prägten Michael Tippett (A Child of Our Time, 1941 und Midsummer Marriage, 1955) und Benjamin Britten (1913-1976), dem wir zahlreiche Opern (Peter Grimes, 1945; Albert Herring, 1947; Billy Budd, 1951 u. a.) sowie die Operette Paul Bunyan verdanken.

In der zweiten Hälfte des 20. Jh.s wurde Covent Garden zum Sitz der Royal Opera. 1968 ließ sich die English National Opera im London Coliseum nieder. In South Bank und im Barbican Center wurden Konzertsäle erbaut.


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