
Zahlreiche Schriftsteller verbrachten einen mehr oder weniger langen Abschnitt ihrer Schaffenszeit in London. Viele, wie William Dunbar – „London thou art the flower of cities all“ (London, du bist die Blume aller Städte) – oder Samuel Johnson – „There is in London all that life can afford“ (In London gibt es alles, was das Leben bieten kann) – sind dem Charme der Stadt erlegen. Manche hingegen haßten die Stadt oder entwickelten London gegenüber eine Art Haßliebe.
Für andere wiederum stellte die britische Hauptstadt den einzigen Ort auf Erden dar, wo es sich gut leben läßt. Die englische Literatur, egal ob es sich um Detektivgeschichten oder Tagebuchaufzeichnungen, Romane oder Biographien handelt, ist mit Londoner Szenen gespickt. Heute können die Schriftsteller dank der modernen Kommunikationstechnik auch außerhalb der Hauptstadt arbeiten.
Obwohl eine große Anzahl von Schriftstellern in London lebte, entstanden keine organisierten Dichterzirkel. Manche trafen sich in den Pubs neben dem Blackfriars Theatre, in Bankside oder um das Globe, andere bevorzugen Highgate, Chelsea oder Bloomsbury. In der zweiten Hälfte des 19. Jh.s bildete sich eine Gruppe um Oscar Wilde, der Schriftsteller wie Aubrey Beardsley und Max Beerbohm angehörten. Sie trafen sich im Café Royal. Da viele Schriftsteller auch als Journalisten tätig waren, dienten die Cafés der Fleet Street als die ersten regelmäßigen Treffpunkte. Joseph Addison und Richard Steele gingen ins George and Vulture und ins Button‘s, wo sie ihre Artikel für die von ihnen gegründeten Tageszeitungen, Tatler und Spectator, verfaßten. Samuel Johnson war Stammgast in zahlreichen Cafés und Schenken und nahm im Cheshire Cheese, unweit seiner Wohnung, an vielen Debatten teil.