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Zwei Elemente, die Gründung der mit großzügigen Mitteln ausgestatteten UFA im Jahre 1917, d. h. die Möglichkeit, aufwendige Produktionen zu realisieren, und die aus dem spannungsreichen Nachkriegsklima erwachsene expressionistische Kunstströmung, stehen am Anfang des goldenen Zeitalters des deutschen Films.

Das Kabinett des Dr. Caligari (1920, Robert Wiene), Dr. Mabuse (1922) und Metropolis (1926/27) von Fritz Lang, Nosferatu (1922) und Faust (1926) von Friedrich Wilhelm Murnau sind die Titel der Filme, die diese Epoche prägten und von ihr geprägt wurden. Das Tagebuch einer Verlorenen (1929) von Georg Wilhelm Pabst und Der Blaue Engel (1930) von Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich markieren den Zeitpunkt einer Hinwendung zum Realismus.

Das Dritte Reich setzte dieser Blüte ein Ende, indem es den Film als Propagandainstrument benutzte: Fest der Völker von Leni Riefenstahl (1938) – einer der Filme über die Olympischen Spiele von Berlin (1936) – und Jud Süß (1940) von Veit Harlan sind besonders prägnante Beispiele der Ideologisierung des Films im Sinne des Nationalsozialismus. Nach dem Krieg durchlief die deutsche Filmkunst eine Zeit der Dürre.

In den 60er Jahren aber entstand in Anlehnung an die französische „Nouvelle Vague” ein „Junger deutscher Film”, dessen Autoren sich von „Papas Kino” distanzierten. Erste Lorbeeren verdienten sich Werner Herzog (Lebenszeichen, 1968), Alexander Kluge (Die Artisten in der Kuppel – ratlos, 1968). Diese junge Generation verschaffte dem deutschen Film Mitte der 70er Jahre internationale Bedeutung. Volker Schlöndorff drehte Die verlorene Ehre der Katharina Blum (zusammen mit Margarethe von Trotta, 1975), Die Blechtrommel (1979). Werner Herzog entführte später in eine phantasievolle, oft exotische Welt mit Aguirre, der Zorn Gottes (1972), Nosferatu (1979), Fitzcarraldo (1982). Der Münchner Schule zugerechnet werden Rainer Werner Fassbinder (1945-1982), der auch für das Fernsehen arbeitete und ein beachtliches Gesamtwerk hinterließ: Angst essen Seele auf (1973), Die Ehe der Maria Braun (1978), Berlin Alexanderplatz (14teiliger Fernsehfilm, 1980), und Wim Wenders: Der amerikanische Freund (1977), Paris, Texas (1984), Der Himmel über Berlin (1987). Unter den Frauen hat sich Margarethe von Trotta (Rosa Luxemburg, 1986; Das Versprechen, 1995) einen Namen gemacht. Beachtung über die Grenzen hinaus errang Edgar Reitz, aus dem „Jungen deutschen Film” hervorgegangen, mit seinem Filmepos Heimat (1984) und dessen Fortsetzung Die zweite Heimat (1992). Charakteristisch für das bundesdeutsche Filmschaffen der 60er Jahre bis in die 90er Jahre ist ein ausgeprägter Erzählstil; dies ließ und läßt kaum Platz für Außenseiter.

Um sich bemerkbar zu machen, mußte schon der frische Ton einer Doris Dörrie kommen, die 1985 in Männer und 1998 in Bin ich schön? den Zeitgeist auf humorvolle Art wiedergab. Doch selbst der große Erfolg, den Caroline Link 1996 mit Jenseits der Stille und Tom Tykwer 1999 mit Lola rennt errangen, täuscht nicht darüber hinweg, daß der deutsche Film international kaum mehr Beachtung findet.

Es fällt schwer, die Filmproduktion der DDR zu beurteilen. Sie hatte – wie alle Kunstgattungen – den Auftrag, der Volkserziehung zu dienen. So entstanden zunächst vielfach Werke nach literarischen Vorlagen, da man sich scheute, Themen der DDR-Gegenwart anzupacken. Über drei Jahrzehnte behauptete sich Konrad Wolf. Mit Sterne (1958) errang er internationale Anerkennung. In Solo Sunny (1979) plädierte er erstmals für Individualismus und bewirkte damit eine Aufbruchstimmung in der DDR-Filmproduktion. Egon Günther zeigte sich mit Der Dritte (1971) sehr erfolgreich; den größten Publikumserfolg der DEFA, dem volkseigenen Filmbetriebs, erzielte Heiner Carow (Die Legende von Paul und Paula, 1973). 1984 war ein fruchtbares Jahr: Hermann Zschoche realisierte Hälfte des Lebens, Iris Gusner Kaskade rückwärts, Helmut Dzuiba Erscheinen Pflicht. Rainer Simon war einer der bedeutendsten Regisseure der 70er und 80er Jahre (Das Luftschiff, 1982; Die Frau und der Fremde, 1985). Schließlich setzte sich Lothar Warneke in einigen Werken mit Alltagsproblemen und dem Abbau starrer ideologischer Positionen auseinander (Einer trage des anderen Last, 1988).

Im Gegensatz zur Bundesrepublik brachte die DDR bezaubernde, mit großer Sorgfalt inszenierte Kinderfilme hervor (Ottokar der Weltverbesserer, 1976).


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